Beedabei Kunstwerk in Uzhhorod in der Ukraine

Unseren ersten Schritt mit einem Beedabei Kunstwerk nach Europa wollten wir, als starkes Zeichen, in die Ukraine machen. Unterstützt von der Stiftung Verbundenheit in Bayreuth wurde dies am 08. Juni 2022 Realität. Wir bauten an diesem Tag das Kunstwerk Beedabei Brücke Verbundenheit in Uzhhorod in der Ukraine auf.

Der Film von Lene Dej

Los ging es am 7. Juni 2022 um 8.30 Uhr in Nürnberg mit einem Kleinbus des Unternehmens Krieg, der kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde, zusammen mit Hartmut Koschyk, Stiftungsrat der Stiftung Verbundenheit, Marco Just Quiles, deren Projektleiter und Alexandra Lichagina, deren zuständige Referentin für die Ukraine. Irgendwann in der Nacht trafen wir nach 14 Stunden glücklich in Uzhhorod ein. Im Hotel wurden wir schon erwartet und durften sogar noch für einen kleinen Willkommenstrunk das Frühstückszimmer nutzen, ehe wir danach in die Betten fielen.

Nach einer kurzen Nacht, begann für uns ein sehr emotionaler Tag. Wir brachen auf zur Philharmonie in Uzhhorod, wo schon das nächste Projekt der Stiftung besprochen wurde. 15 Musikerinnen aus der Ukraine waren eingeladen worden bei Konzerten in Deutschland dabei zu sein. Wir bekamen eine Führung durch die Philharmonie, ein Gebäude, das ehemals eine Synagoge war und für seine gute Akustik weithin bekannt ist.

Begleitet wurden wir den ganzen Tag von Alexander Chabanov, der vor Ort die Bepflanzung der Beedabei Kästen bei der Gärtnerei Maryna Alechko aus Lukovo im District Irshavsky organisiert hat. Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir das geplante Farbkonzept so umsetzen konnten, wie wir es im Kopf gehabt hatten. Alex ist ein Mitarbeiter der Stiftung Verbundenheit in Uzhhorod und hat schon im Vorfeld mit uns beratschlagt, welche bienenfreundlichen Pflanzen in den richtigen Farben, in ausreichender Menge zu haben waren. Zu diesem Zeitpunkt war das gar nicht so einfach und wir danken ihm nicht nur sehr, dass er sich so engagiert dafür eingesetzt hat, sondern auch, dass er uns in seinem Land so herzlich willkommen geheißen hat. Über seine Motivation hat er gesagt: „Wenn es uns gelingt den Menschen hier für einen Moment ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und sie die momentane Situation in der Ukraine vergessen zu lassen, bin ich glücklich“.

Vor dem Aufbau des Kunstwerkes lernten wir Lene Day vom Ukrainischen Fernsehen kennen, die mit uns ein Interview geführt hat. Zusammen mit Ihrem Kameramann hat Sie das Kunstwerk dokumentiert. Wir liefen an der Promenade des Flusses Usch entlang und es hätte nicht friedlicher aussehen können. Die Sonne schien, die Leute flanierten an dem Eiswagen vorbei. In den Restaurants saßen viele beim Mittagessen und genossen diesen Sommertag. Das Wissen darum, dass ein paar hundert Kilometer weiter, Menschen ihr Leben lassen mussten, wegen einem Mann der seine Großmachtsfantasien nicht unter Kontrolle bekommt, überwältige uns. Wir waren gekommen, um nicht nur den Bienen zu helfen, sondern auch um Freude zu schenken, doch die Ohnmacht dieser Situation im Osten der Ukraine gegenüber, machte uns schwer zu schaffen. Lene Day holte uns nach dem Interview einfühlsam wieder in diesen Sommertag zurück. Dafür waren wir ihr sehr dankbar.

Die Blumen hatten ein wenig Verspätung, doch erstmals die bepflanzten Beedabei Bienenfutterstellen für das Kunstwerk in ihrer ganzen Farbenpracht zu sehen, war ein großartiges Erlebnis. Wir mussten uns ein wenig sputen, damit wir das Kunstwerk bis 16.00 Uhr aufgebaut bekamen, da sich der Bürgermeister Bohdan Andriyiv für diesen Zeitpunkt angekündigt hatte. Gott sei dank hatten wir großartige Helfer, die von Victoria Suny aus dem Eulennest, ein Hilfszentrum in Uzhhorod, mitgebracht worden waren. Inzwischen war auch die Band Lord eingetroffen und baute ihre Instrumente auf. Der Platz wurde großräumig abgesperrt und die Sonne brannte vom fast wolkenlosen Himmel.

Wir begannen beim äußersten Bogen der stilisierten Brücke mit dem Aufbau und arbeiteten uns dann langsam nach innen. Anschließend wurde das Peace-Zeichen aufgebaut und zum Schluß kamen die Buchstaben EU dran. Zwischendurch mussten wir uns im Schatten etwas abkühlen. Der Wasserverbrauch an diesem Tag war enorm. Die Band Lord spielte während der ganzen Zeit sogenannte Kolomyjky. Das sind gut gereimte und lustige Strophen, die aus dem Genre der Ukrainischen Volksmusik stammen. Alle Texte handelten vom Krieg, doch auf eine charmante, ironische, aber auch trotzige und kämpferische Art und Weise, die den Menschen vor Ort viel Freude bereitete.

Nachdem alles fertiggestellt war, wurden die Fotos und vor allem die Drohnenaufnahmen vom Kunstwerk gemacht, unter den wachsamen Augen der Polizei, damit wirklich nur das Kunstwerk aufgenommen wurde. Auch daran konnte man wieder ablesen, dass wir uns in einem Kriegsgebiet befanden. Als hätte das noch nicht gereicht, setzte kurz vor der Auflösung des Kunstwerkes, der Luftalarm ein. Doch zuvor gab es noch eine Ansprache des Bürgermeisters Bohdan Andriyiv und vom Stiftungsrat der Stiftung Verbundenheit, Hartmut Koschyk, der sich bei der Stadt und ihren Mitarbeitern und natürlich auch bei Alexander Chabanov, dem Mitarbeiter der Stiftung, der die gesamte Organisation in der Hand hatte, herzlich bedankte. Auch die Sponsoren wurden genannt, die Firma Geli GmbH, die die Beedabei Balkonkästen gesponsert haben, das Busunternehmen Krieg, das uns einen Kleinbus für die Reise zur Verfügung gestellt hatte und die Spedition Rhein Main Frachtkontor, die unsere Beedabei Kästen mit in die Ukraine geschafft hat. Sie alle zusammen hatten das Kunstwerk Beedabei Brücke Verbundenheit möglich gemacht.

Dann musste alles ganz schnell gehen. Luftalarm!! Die Band Lord spielte unbeirrt weiter. die Bürger und Bürgerinnen von Uzhhorod, darunter auch viele Binnenflüchtlinge, suchten sich flott ihre Beedabei Bienenfutterstelle aus und schon schwärmte Beedabei in die Straßen von Uzhhorod aus, wo sie jetzt die Bienen in dieser wunderschönen Stadt ernähren. Eine größere Menge ließ sich jedoch gar nicht beeindrucken, tanzte mit ihren Beedabei Bienenfutterstellen zu den lustigen Liedern der Band. Der Saxophonist kam von der Bühne herunter, mitten in das Kunstwerk hinein und spielte für die Menschen auf, die immer noch auf dem Platz standen. Das alles hat uns tief berührt. Besonders das Lächeln der Menschen, die sich so sehr freuten, sickerte tief in unser Herz. Man konnte direkt spüren, dass sie diesen Platz gar nicht mehr verlassen wollten und es dauerte lange, bis man keinen gelben Beedabei Kasten mehr erblicken konnte.

Bei einem schönen Abendessen auf der Promenade des Flusses Usch ließen wir den Tag mit all den wundervollen Menschen ausklingen, die wir kennengelernt haben. Von Alla Chernobuk bekam die gesamte deutsche Delegation eine Spezialität aus Uzhhorod geschenkt … eine Baisertorte aus der ansässigen und weithin bekannten Konditorei. Bei jeden Bissen, den wir zuhause davon genommen haben, waren wir wieder bei unseren neuen Freunden in Uzhhorod. Wir beten für Ihre Sicherheit.

Wieder in Deutschland sammeln wir jetzt Geld für das Kinderkrankenhaus in Transkarpatien. Es ist das einzige seiner Art in ganz Transkarpatien und kommt durch die Binnenflüchtlinge inzwischen an seine Grenzen. Unten kannst Du nachlesen, wie Du unterstützen kannst.

Die numerierten Kästen mit ihrem Originalstandort im Kunstwerk

Jeden dieser Kästen, der den Menschen ein Lächeln ist Gesicht gezaubert hat, könnt ihr jetzt symbolisch erwerben und damit das einzige Kinderkrankenhaus in Transkarpatien unterstützen

Sei dabei – Beedabei! Unterstütze das Hilfsprojekt „Humanitäre Brücke Oberfranken-Transkarpatien“ indem Du einen der 100 numerierten und handsignierten Beedabei Balkonkästen aus dem Kunstwerk, symbolisch erwirbst, die am 8. Juni 2022 an die Bürger und Bürgerinnen in Uzhhorod, als Zeichen der Verbundenheit verschenkt wurden. Das heißt, jede Nummer steht bei einem ukrainischen Bürger, einer ukrainischen Bürgerin, die sich an diesen freudigen Moment erinnern, wenn sie ihn ansehen und vielleicht für einen Moment die Situation vergessen, in der sie gerade stecken. Ab einer Spende von 100 € erhältst Du zusätzlich ein Exemplar der von uns numerierten und handsignierten Foto-Edition, in der Deine Nummer an dem Originalstandort gekennzeichnet wird. Gib Deine Lieblingsnummer von 1 – 100 in die Maske ein und Du bekommst rot umrandet angezeigt, wo sie gestanden war. Auf Wunsch stellt Dir die Stiftung eine Spendenbescheinigung aus.

Hier geht es zu Deiner Lieblingsnummer: https://beedabei.stiftung-verbundenheit.de/

Jeder Beedabei Kasten hat seine Nummer und genauen Standort im Kunstwerk

Hier geht es zu unserer Projekt-Seite: https://beedabei.de/beedabei-bruecke-verbundenheit-uschhorod/

Wir bedanken uns für die Fotos bei Hartmut Koschyk, Lene Day, Yevhen Lashchenko, Alexander Chabanov, Alexandra Lichagina, Dr. Marco Just Quiles und bei allen, die uns Fotos von ihrer Beedabei Bienenfutterstelle in ihrem Zuhause haben zukommen lassen.

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